Gin und der neue Sprint
Irgendwie bin ich dazugekommen wie die Jungfrau zum Kind…
Eines Abends bekam ich einen unerwarteten Anruf von Anna Rehrl (Flugschule Aufwind). Sie erklärte mir, dass ein interessantes Projekt anliege. Simon Penz (FCA) und Anna würden für Österreich noch einen dritten verspielten Flugschulbesitzer suchen. Der Gedanke sei der, dass wir drei gemeinsam einen Importeur ersetzten und Produkte der Fa. Gin in Österreich vertreiben. Ich habe eine Nacht nicht besonders geschlafen, habe im Traum meine Moneten gezählt und hab mich nächsten Morgen für dieses Projekt positiv entschieden. Informanten und Meinungsbildner waren Norbert von Thermik und Simon von der FCA.
Darauf habe ich innerhalb einiger Tage sofort eine für mich unüblich große Bestellung aufgegeben, obwohl ich von dem Flügel noch keine Ahnung hatte. Kurz vor dem PMA Testival in Kössen konnte ich den Sprint noch eine gute Stunde fliegen. Ich war in Kössen also nicht mehr ganz ahnungslos.
In Kössen konnte ich auch den Chef von Gin kennenlernen. Ein sympathischer Mann mit 53 Jahren, dessen Leben zum Großteil durch die Fliegerei ausgefüllt ist. Er erzählte, er habe vor vielen Jahren als Start einen kleinen, für die Japaner geeigneten Hochleistungsschirm entwickelt. Dann ist die Firma kontinuierlich gewachsen. Jetzt ist Gin nicht nur eine Eigenmarke, sondern fertigt auch noch für verschiedene andere Marken deren Kappen. Mehr davon könnt ihr unter www.gingliders.com erfahren.
Der Sprint
Vorweg darf ich berichten, dass die allermeisten Piloten in Kössen vom Gerät positiv beeindruckt waren. Persönlich hab ich mich vom ersten Anheben der am Boden aufgelegten Kappe unmittelbar nach dem Füllvorgang auf gut bayrisch sauwohl unter dem grün/grauen Teil gefühlt.
Die Kappe ist trotz leichtem Rückenwind weich und ohne großem Beschleunigungszug dem durch die Tragegurte vorgegebenem Weg gefolgt. Das Abheben war trotz des flachen Hanges ohne viel Beschleunigungsarbeit zu erreichen. In der Thermik zieht der Sprint gefühlsmäßig leicht nach vorne, bleibt keinesfalls hinten und lässt sich butterweich in jedem Radius in die Aufwinde hängen. Dadurch hat man immer ein kontrolliertes Gefühl und es ist ein relativ Leichtes diesen Flügel in den Himmel nach oben zu bringen.
Beim Fliegen nahe dem Hang lässt einem ein relativ direktes und absolut feinfühliges Steuern der schönen Kappe die Endorphine durch den Körper des Piloten strömen. So stellt man sich Fliegen vor.
Ich hatte dann noch die Gelegenheit mit Norbert Aprissnig etwas in der Trimm- und Höchstgeschwindigkeit zu vergleichen. Was sich hierbei herausstellte, lässt mich zuversichtlich in die Zukunft des Projektes blicken.
Mittlerweile habe ich einen L, M und S als Vorführer in Ternberg liegen. Die Größen XS, XXS und eventuell XL sollten bald folgen. Diese tollen Flügel warten nur darauf von euch in unsere Lufträume geführt zu werden. Bin schon sehr gespannt auf Kritiken und Meinungen. Persönlich bin ich ganz sicher, dass viele mit einem breiten Grinsen in die Landevolte fliegen.
Also auf bald in Ternberg!
Glück ab, Hans Poscher
flugsport.com




